Fallbeispiele
Anonymisierte Themenbäume aus den Hotseats: Baumstamm, Äste, Hook und Schmerzpunkt nach Bereich.
Aus den Live-Hotseats der Calls. Die Personen werden nicht genannt, gezeigt wird nur der Bereich, um den es geht. Die Fälle aus dem Content-Call folgen dem Themenbaum-Muster von Content und Themen, die Fälle aus dem Learnings-Call zeigen Ausgangslage und Timos Ansatz.
Beziehungscoaching
- Baumstamm
- Beziehung
- Äste
- Betrogen worden
- Die Beziehung retten
- Die Trennung vollziehen
- Hook
- Das Reizwort gehört in die erste Sekunde. Betrogen, hintergangen, On-Off. Nicht umschreiben, sondern genau so benennen, wie die Betroffenen es erleben.
- Schmerzpunkt
- Die Wut, Ohnmacht und Enttäuschung nach dem Vertrauensbruch. Die Frage, ob man bleiben oder gehen soll, und das Wissen, dass man die Konsequenz am Ende allein trägt.
- Ende des Reels
- Ein Reel braucht keinen logischen Schluss. Timo hält ein Ende auf Hoffnung für stark, etwa die Zusicherung, dass am Ende alles in Ordnung kommt, auch wenn es zwischendurch weh tut.
Die Person, die dich liebt, hat dich betrogen. Sie hat dich hintergangen. Und jetzt? Wie fühlst du dich, was machst du damit?
Zur eigenen Geschichte rät Timo, sie nur emotional distanziert einzubringen. Über eigenes Versagen kann man sprechen, wenn man es nüchtern beschreibt. Bricht man dabei in Tränen aus, entsteht beim Publikum Unbehagen statt Vertrauen.
Berufsorientierung und Sinnfindung
- Baumstamm
- Ein Leben, das sich wert anfühlt, gelebt zu werden
- Äste
- Berufliche Orientierungslosigkeit
- Das eigene Talent finden
- Die eigene Kraft nicht auf die Straße bekommen
- Sinn und Lebensfreude
- Hook
- Der Schmerzpunkt in die erste Sekunde, verbunden mit dem Gefühl, nicht mit der Methode. Man muss die Hoffnungslosigkeit nicht benennen, sondern sich mit ihr verbinden und von dort aus sprechen.
- Schmerzpunkt
- Die Verzweiflung, das ganze Leben vor sich zu haben und nicht zu wissen, wo man anfangen soll. Scham über die eigene Ratlosigkeit, Wut, weil andere es schaffen, und die Angst, dass es sich bis ans Ende so anfühlt.
Ich war beruflich orientierungslos. Ich hatte ein fertiges Studium, alle um mich herum finden ihre Sache, und bei mir passiert nichts, außer dass ich älter werde und die Zeit mir davonrennt.
Die zentrale Unterscheidung aus diesem Hotseat: Wer Hilfe braucht, ist nicht automatisch, wer kauft. Timo richtet Content auf die Menschen aus, die emotional an einem Thema zerbrechen, nicht auf die, die es zwar betrifft, die aber gar kein Problem sehen. Welche Methode oder Therapieschule dahintersteht, interessiert beim ersten Kontakt niemanden.
Enge Nische, Beispiel On-Off-Beziehungen
- Baumstamm
- Beziehung
- Äste
- Warum man nicht loslässt
- Den Absprung nicht schaffen
- Der Selbstwert, der im Zyklus verloren geht
- Hook
- Ein Symptom in die erste Sekunde, das die Betroffenen an sich selbst erkennen. Nicht das Fachwort, sondern das erlebte Gefühl.
- Schmerzpunkt
- Der emotionale Zerfall im On-Off-Zyklus, der schwindende Selbstwert, das Nichtloskommen über Jahre, obwohl man im Inneren längst weiß, dass die Beziehung nicht guttut.
Timos zentrale Warnung in diesem Fall gilt der Positionierung. Zu spitz gewählt erstickt die Reichweite. Sein Bild dazu: der größte Zwerg in Lübeck, oder ein Venn-Diagramm, dessen Schnittmenge so klein wird, dass am Ende zu wenige übrig bleiben. Dazu zwei Regeln: Nicht missionieren, denn ein guter Kunde stimmt bereits zu, ein Problem zu haben, und Menschen erst zu überzeugen, dass sie betroffen sind, kostet auf Social Media zu viel Zeit. Und das Thema hier nicht als Trauma rahmen, weil das Wort als Urteil ankommt, während Prägung neutraler wirkt.
Headshot Fotografie
- Ausgangslage
- Fotograf mit Fokus auf Headshots, also dem geführten Ausschnitt Kopf bis Schulter. Zielgruppe sind CEOs, Personen der Öffentlichkeit, Coaches und Politiker, kein klassisches 50 Euro Porträt. Die Frage: Wie kommt man an diese Leute ran?
- Timos Ansatz
- Timos klare Ansage: Instagram ist für dieses Geschäft nicht das Vehikel, sondern nur das Portfolio. Sein Weg in die geschlossenen Zirkel ist ein Bildband, die 50 wichtigsten Unternehmer der eigenen Stadt. Ein Profil über jede Person, die Headshots dazu, ein Artikel über den Werdegang, ein Ding, in dem sie erzählen können, wie geil sie sind. Die Auflage spielt keine Rolle, idealerweise steht ein lokaler Verlag dahinter, damit alle glauben, dass das Buch wirklich erscheint. Danach ist man mit den Leuten connected, hat die Nummern und fragt am Ende jeder Session, wer noch unbedingt reingehört und ob sie den Kontakt herstellen.
Ein Teilnehmer nennt es im Chat Narcissism Baiting. Timos Antwort: Das ist zu 100 Prozent, was es ist. Wir wollen deren Narzissmus füttern. Man muss das perfekte trojanische Pferd bauen und sich als die Person inszenieren, die sowieso diese Leute fotografiert. Niemand will als Sprungbrett benutzt werden.
Timo nennt die Strategie mindestens 15 Jahre alt. Er hat sie nach eigener Aussage rund 15 Fotografen empfohlen, umgesetzt hat sie bis heute keiner. Mit solchen Strategien ist er bis in Vorstände der größten Unternehmen der Welt gekommen, der größte Kontakt war ein Mastercard Vorstand.
Visuelle Selbstinszenierung für Unternehmerinnen
- Ausgangslage
- Eine Teilnehmerin macht Selbstständige und Unternehmerinnen über 40 zur visuellen Autorität. Ihr Account wuchs früher mit einer Agentur in einem halben Jahr von 5.000 auf 25.000 Follower, dieselben perfekt inszenierten Reels gehen heute komplett unter. Ihr Konflikt: Der Content muss ästhetisch zu dem passen, was sie verkörpert, aber einfach raushauen passt nicht in ihren Alltag mit drei Kindern.
- Timos Ansatz
- Timo kündigt an, dass ihr seine Antworten nicht gefallen werden. Der Algorithmus passt sich dem Alltag nicht an, it doesn't care. Wer sich nicht so kümmern kann, wie es notwendig ist, muss einen limitierten Impact akzeptieren. Sein Vorschlag: in der Küche stehen, während sie für die Kinder kocht, und darüber sprechen, dass viele Unternehmerinnen nicht ernst genommen werden, weil sie sich falsch inszenieren. Über die Arbeit mit anderen sprechen, statt sich selbst als perfektes Vorbild positionieren zu müssen. Verpackt als Blick hinter die Kulissen, denn für ihre Kundinnen ist sie ein Werkzeug, und das ist fair, das ist Business. Ihr Aussehen ist dabei ein Asset: Wichtig ist, dass sie selbst gut zu sehen ist, der Hintergrund darf chaotisch sein.
Timo hat sich selbst eine Zeit lang extrem inszeniert, der Switch kam, als er damit aufgehört hat. Autorität in jedes Reel zu packen, wie es Alex Hormozi mit seinen 100 Millionen macht, hat er getestet: Wenn er das macht, performen alle seine Sachen schlechter. Sein Eindruck ist, dass eine Community damit durch ist. Ganz lässt er Inszenierung trotzdem nicht weg, in seinen Hintergründen stehen teure Möbel oder Uhren, und man wird ihn selten in einer Szene finden, die suggeriert, dass er arm wäre. Sein Satz zur Qualität aus demselben Gespräch: Qualität kann sich nur durchsetzen, wenn sie jemand gekauft hat. Vermarktung ist die Verpackung, die dafür sorgt, dass jemand die Qualität überhaupt kennenlernen kann.