Wissensübersicht

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Was taugen Growth Agenturen?

Der Begriff klingt für Timo scammy: Früher hießen sie Marketing Agenturen, dann Performance Marketing Agenturen, heute Growth Agenturen, und das Versprechen ist immer das gleiche. Einige sind kompetent, die meisten nicht. Wenn eine Agentur Testimonials zeigt, will er wissen, wie lange diese Kunden geblieben sind, denn meistens sind sie längst weg. Ein, zwei gute Kampagnen sind easy, danach ist das Pulver verschossen und es wird nur noch Geld verbrannt. Das übliche Modell: hohe Setup Gebühr, mit der die Agentur ihren Gewinn macht, dazu ein Retainer von 6.000 bis 10.000 Euro im Monat, ein Launch bringt Break Even, nach drei Monaten macht man Verluste und ist weg. Der Begriff dafür lautet Agentur Hopping. Timo hat für solche Companies die Closing Skripte geschrieben und würde aktuell keine einzige empfehlen, die er kennt.

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Geh in die Breite und wende Marketing an, ein Widerspruch?

Zwei Paar Schuhe, die nur wie ein Widerspruch klingen. Erstens: Man muss herausfinden, bei welchem Content Menschen auf einen reagieren. Bei Timo gehen Geldthemen ab, Frauen in der Selbstständigkeit interessierte niemanden, obwohl er viel dazu sagen könnte. Bei einer Kundin, die er von 10.000 auf 80.000 Follower begleitet hat, funktioniert die Beziehung zur Mutter jedes Mal, die Beziehung zum Vater nie. Deswegen für ein paar Wochen das Bread vergessen, ungefiltert in der Breite posten und der eigenen Intuition folgen, bis man nach ein paar hundert Reels sieht, worauf die Leute bei einem selbst reagieren. Zweitens: Reichweite auf Instagram ist nicht Verkaufen. Der Content allein bewegt selten jemanden zum Zahlen, er macht bekannt für ein Thema. Verkauft wird in den längeren Vehikeln dahinter, Telegram Gruppe, YouTube, Podcast, Workshop Serie, dort greift Marketing mit AIDA. Das Ziel der Challenge ist nicht viral zu gehen, sondern zu finden, bei welchem Thema und in welcher Art Menschen auf einen reagieren.

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Physische Produkte verkaufen sich über den Menschen dahinter

Wir sind nicht Fan von Nike, wir sind Fan der Athleten, die Nike benutzen. Eine große Marke kann geile Fotos mit Just Do It posten und bekommt 100.000 Likes, aber nur weil sie schon etabliert ist. Wäre Nike niemand, käme Nike so nie auf 20 Millionen Abonnenten. Viral gehen Produkte nur, wenn sie einzigartig innovativ sind, und das ist selten. Die Strategie, die Timo mit seiner Partnerin Scarlett fährt, ohne sie als die richtige zu verkaufen: Scarlett erzählt die Reise einer Angestellten, die als junge Mutter versucht, sich selbstständig zu machen, im Umfeld Yoga, und ob das Produkt am Ende erfolgreich wird, ist für die Reise irrelevant. 250 Bilder einer Yogatasche gehen weder viral noch bauen sie Beziehung. Beispiel aus seiner Arbeit: Nude Cosmetics, gegründet von einer Visagistin, die hochwertige Kosmetik für Leute mit wenig Geld zugänglich machen wollte. Ihre Story ist Teil des Marketings, weil auf einmal ein Mensch hinter dem Produkt steht.

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Warum die Views nach einem Strategiewechsel einbrechen

Nach seinen ersten 200 Reels hat Timo die Strategie gewechselt, woraufhin die Views von rund 1800 auf 200 bis 300 fielen und eine ganze Weile unten blieben. Seine Erklärung: Der Algorithmus zeigte die neuen Videos denselben Leuten wie vorher, und die hatten den alten Typ Video abonniert. Wer die Richtung ändert, spricht einen anderen Typ Mensch an, und solange der noch nicht unter den eigenen Followern ist, bleibt die Reaktion aus.

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Lassen sich mit Testreels noch Headlines testen?

Bei Timo geht es nicht mehr: lädt er dasselbe Reel mit anderer Headline als Testreel hoch, kommt eine Warnung, das Video sei zu ähnlich zu einem früheren, und der Hinweis, es werde keine Reichweite bekommen. Adam Mosseri hat in einem Reel gesagt, Testreels seien für neue Ideen gedacht und nicht für dasselbe Ding in fünfzig Varianten. Timos Vermutung, warum es bei manchen noch klappt: Änderungen am Algorithmus werden nicht auf allen Accounts gleichzeitig ausgerollt.

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Gibt es tägliche Aufgaben in der Challenge?

Die täglichen Aufgaben sind zu posten und die Dinge aus den Calls umzusetzen. Tägliche Themenvorgaben fände Timo weird, weil sie die gesamte Idee konterkarieren: so viel posten, wie du kannst, um durch Zufall über die Sachen zu stolpern, die abgehen. Als Beleg eine Kundin, die von 1000 bis 1200 Views auf ein Reel mit rund 50.000 Views sprang. Dazu sein Blick auf die Erfolgegruppe: Leute feiern sich auch für kleine Erfolge, und genau das hält er für sehr wertvoll.

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Fünf verschiedene Themen am Tag oder ein Thema fünfmal anders?

Wer mehrere Videos am Tag aufnimmt, macht der besser fünf verschiedene Themen oder nimmt ein Thema fünfmal auf und erklärt es nur anders oder mit anderer Hook? Timos Antwort per Sprachnachricht: Er selbst kann ziemlich easy fünf oder auch zehn Mal hintereinander dasselbe Reel aufnehmen. Wer sich aber erlaubt, von einem Reel zum nächsten zu springen und weniger darüber nachzudenken, für den kann die Wahl komplett egal sein, und man ballert einfach mehr raus.

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Was posten, wenn zum validierten Thema alles gesagt scheint?

Frage einer Teilnehmerin, deren validiertes Thema Einwandbehandlung sich nach einem viralen Video erschöpft anfühlt. Timos Antwort per Sprachnachricht: immer wieder durch alle möglichen Einwände gehen, die Leute mögen diesen ultra praktischen Stoff. Alternativ die Gefühlsebene als eigene Dimension, also darüber sprechen, wie sich Einwandbehandlung anfühlt.

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Mehrere Reels am Stück bearbeiten: der schnellste Ablauf in Edits

Frage nach dem schnellsten Weg von mehreren Takes zu fertigen Reels. Timos Ablauf: alle fünf Takes in ein einziges Projekt bei Edits laden und dort einmal alles machen, Stimme optimieren, Filter, Licht, Untertitel und die Headlines an die jeweiligen Startpunkte kopieren. Dann das Projekt viermal duplizieren und in jeder Kopie alle Videos bis auf eines löschen. Für ihn die schnellste Art, und man behält leichter den Überblick.

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Wie geht Timo bei Hooks vor?

Timo ist bei Hooks genauso impulsiv wie bei allem anderen. Für den Anfang kann man Hook Formeln nehmen, die funktionieren gut. Seine Beispiele: Hier ist eine Sache, die ich mir früher gewünscht hätte zu wissen. Wenn ich noch mal 18 wäre, hier ist eine Sache, von der ich mir wünschte, ich hätte sie gewusst. Ich habe viel Geld verloren. Das ist der größte Fehler meines Lebens. Hier ist etwas, das ich nie wieder machen würde. Seine Aussage dazu: Alle sind gleichwertig, keine ist überlegen oder unterlegen, es spielt keine Rolle, welche man nimmt.

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Zieht einfacher Content dumme Kunden an?

Nein. Wenn Content Insiderwissen oder Fachbegriffe braucht, ist er zu komplex. Content einfacher machen heißt nicht, mit Idioten zu reden: Timos Kunden sind brillant in dem, was sie tun, stehen aber beim eigenen Marketing auf dem Schlauch. Man muss die Leute abholen, wo sie sind, nicht wo man sie gern hätte.

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Wie lange braucht Timo für alles zusammen?

Ungefähr 75 Minuten am Tag, an manchen Tagen 60, an manchen 90. Möglich wird das durch wenig Aufwand im Editing, freies Sprechen vor der Kamera und gestreamlinte Workflows. Zum Kommentieren nutzt er die Software Metricool, weil er am Rechner schneller tippt als am Telefon.

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Schlechtere Ausspielung ohne den Hinweis auf Edits?

Timo vermutet ja, hält den Faktor aber für vernachlässigbar. Entscheidend ist, wie stark ein Reel weitergeleitet wird. In vielen Dingen steckt ein Element von Zufall: sein Reel mit rund 560.000 Views bekam beim erneuten Hochladen nur etwa 3.000.

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Reels vorplanen oder spontan posten?

Frage einer Teilnehmerin. Timo postet meist spontan nach Bauchgefühl, für ihn funktioniert morgens um 6. Er bildet sich ein, dass selbst hochgeladene Beiträge besser performen als geplante, und dass mehr eigene Zeit auf der Plattform hilft, betont aber, dass er es nicht sicher weiß. Wer praktische Gründe fürs Vorplanen hat, kann es machen, der Unterschied ist nicht gigantisch.

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Business Account oder Creator Account?

Timo hat einen Business Account. Der wesentliche Unterschied: Creator bekommen umfangreichere Auswertungen, Business Accounts können Werbung schalten. Er hat sich selbst mit kleinem Budget über die Schwelle von 1000 Followern gekauft und hält Werbung ab einem gewissen Punkt für sehr sinnvoll. Aktuelle Preise, die er hört, liegen zwischen 11 und 60 Cent pro Follower.

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Wissensvermittlung als Nische: worauf den Fokus legen?

Frage eines Steuerberaters. Timos Antwort: In erster Linie braucht es Aufmerksamkeit, und die bekommt man nicht durch educational content, zumindest nicht in den ersten Sekunden. Menschen wissen Bildung auf Social Media kaum zu schätzen, und ein Kanal mit 1000 Beiträgen und 50 Followern wirkt negativ. Die Katze beißt sich hier selbst in den Schwanz.

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Über Themen sprechen, die man selbst noch nicht gelöst hat

Menschen bezahlen dich nicht dafür, dass du das Problem bei dir gelöst hast, sondern dafür, dass du ihres löst. Timo hat selbst noch keinen Monat mit über 100.000 Profit für sich gemacht, aber dutzende Companies über diese Marke gebracht. Kunden interessiert nur, ob du ihr Problem löst, alles andere ist irrelevant.

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Auch auf LinkedIn posten?

Timo postet nicht auf LinkedIn, aber nicht aus strategischen Gründen. Seine Überzeugung: eine Plattform intensiv bespielen statt fünf halb. Seinen TikTok Kanal befüllt Hauke mit exakt denselben Reels wie bei Instagram, ohne Unterschied im Editing, und er wächst langsam. Wer dasselbe bei LinkedIn machen will, soll sich austoben.

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